Truckers, Kickers, Cowboy, Angels
THE BLISSED-OUT BIRTH OF COUNTRY ROCK 1966 – 68, VOL. 1 & 1969 VOL. 2
BEAR FAMILY/DELTA MUSIC
Die Geburt des Country-Rock – in Wort, Song und Bild.
Das Jahr 1966 hatte es in sich: Deutschland verlor das WM-Finale gegen England wegen eines irregulären Treffers, die Beatles veröffentlichen REVOLVER, die Stones AFTER-MATH und die Beach Boys PET SOUNDS. Musikalisch also ein guter Jahrgang. Vor allem, weil nicht nur in Nashville kreative Köpfe an einem besonderen Mix werkelten – an der Kombination aus Country und Rock. Den Beginn dieser bis heute gültigen Erfolgsgeschichte erzählen die kompetenten Nachlassverwalter von Bear Family mit einer CD-Edition nach: THE BLISSED-OUT BIRTH OF COUNTRY ROCK. Volume 1 beleuchtet mit zwei CDs und insgesamt 41 Titeln den Zeitraum von 1966 bis 1968 – mit dabei: natürlich alle prominenten Pioniere und Ziehväter der neuen Stilrichtung.
Also: The Byrds, Buffalo Springfield, The Band, The Everly Brothers, Bobbie Gentry, The Lovin’ Spoonful und natürlich Meister Dylan. Alle da, alle mit ihren richtungsweisenden Klassikern. Aber auch: die weniger bekannten Wegbereiter wie die International Submarine Band (mit dem jungen Gram Parsons) oder die Hippie-Flüchtlinge aus San Francisco, The Beau Brummels. Volume 2 beschränkt sich mit einem Tonträger ganz auf 1969. Zu Recht, denn das Woodstock-Jahr war auch für die Country-Szene und Nashville gravierend: Dylan veröffentlichte seinen Meilenstein NASHVILLE SKYLINE und die Flying Burrito Brothers um Gram Parsons ihr epochales zweites Album. Mehr noch: Das Genre war erwachsen geworden und bot vielen unterschiedlichen Künstlern und Formationen eine neue Heimat, etwa Acts wie Doug Sahm, den Sanland Brothers oder der von Mike Neshmith produzierten Band The Corvettes.
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Sogar Elvis machte eine Hollywood-Pause und nahm im Memphis eine temperamentvolle Version des Hank-Snow-Songs >I’m Moving On< auf. Vor allem aber tauchten etliche neue Gesichter mit unverbrachten Stimmen auf. Bands und Interpreten wie Linda Ronstadt und Poco, und der heute gottgleich gehuldigte Townes Van Zandt deutete mit >Lungs< sein Genie an. 1969 zweigte der Country-Rock aber auch schon ab in Richtung Kommerz: Glen Campbell steuerte mit >Galveston< und Kenny Rogers mit >Ruby< schnurstracks in die Charts. Ein Extralob verdienen sich das noble Cover und die daumendicken, mit exzellenten Infos und hübschen Bildern versehenen Booklets. Besser geht’s wirklich nicht!
Gunter Matejka
Die Geburt des Country-Rock – in Wort, Song und Bild – classic rock 12/2014
